Die aktuelle Diskussion um das Homeoffice-Ende und die Rückkehr ins Büro nimmt kein Ende. Dabei wird in vielen Unternehmen mit wiederkehrender Präsenzpflicht vermehrt ein neues Phänomen beobachtet: das Coffee Badging.
Mitarbeiter:innen erscheinen im Büro, um Präsenz zu zeigen - und weniger, um wirklich zu arbeiten. Dabei spielen rechtliche Aspekte zur Arbeitszeit eine große Rolle. Sollte dieses Verhalten beobachtet werden, muss HR einschreiten. Doch woher kommt dieses Phänomen - und ist es überhaupt erlaubt?
Coffee Badging ist ein neues Phänomen in der Arbeitswelt, in der Menschen im Büro “auf einen Kaffee mit den Kolleg:innen” erscheinen, um Sichtbarkeit zu zeigen - und weniger, um wirklich zu arbeiten. Gemeint ist, dass sie kurz ins Büro kommen, Präsenz zeigen und dann wieder ins Homeoffice wechseln.
Man könnte es auch mit Begriffen wie “Alibi-Anwesenheit” oder “Kurzzeitpräsenz” einfach erklären.
Dieses Phänomen ist durch die Rückkehr ins Büro aufgetreten. Viele Mitarbeiter:innen sind nicht bereit für ein Homeoffice-Ende und wollen ihre Privilegien zur freien Arbeitsplatzwahl nicht mehr hergeben. Damit versuchen sie, eine strikte Präsenzpflicht unauffällig zu umgehen.
Ob Coffee Badging ein arbeitsrechtliches Thema ist oder eine Warnung für HR bezüglich mangelnder Unternehmenskultur, hängt von individuellen Vereinbarungen und Regeln ab.
Entscheidend ist, was zwischen den Parteien festgelegt wurde: Welche Präsenzregelungen und Homeoffice-Regeln gelten und wurden diese verständlich für beide Seiten oder im besten Fall schriftlich kommuniziert? Nur so könnt ihr ausschließen, dass kein Versehen vorliegt.
Umgehen Mitarbeiter:innen aber klar die festgelegten Regelungen, kann das natürlich zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen - von einer Abmahnung bis hin zu einer Kündigung.
Für HR ist sollte dabei wichtig sein zu unterscheiden, ob es sich um einen einmaligen Verstoß handelt, oder dokumentierbar regelmäßige Verstöße erkennbar sind.
Dann könnten die die Homeoffice-Privilegien entzogen werden - von der einzelnen Person bis zur kollektiven “Bestrafung”. Arbeitnehmer:innen, die Coffee Badging betreiben, riskieren also nicht nur ihre eigenen Privilegien, sondern ihr Verhalten kann Nachteile für alle Kolleg:innen haben.
Es sollte aber bewusst sein, dass Coffee Badging eine Reaktion auf eine schlecht gemachte Return-to-Office sein kann. Also eine Trotzreaktion. Generell kann HR ganz viel dagegen tun und sollte dringend untersuchen, woher diese bewusste Entscheidung gegen die Präsenzpflicht kommt.
Bevor Unternehmen ein vollständiges Homeoffice-Ende verhängen, sollten sie Gedanken machen, warum eine Rückkehr zur Präsenzpflicht gewünscht wird. Leistung sollte nicht an Sichtbarkeit gemessen werden.
Wenn eine Präsenzpflicht jedoch verhängt wird, sollten Unternehmen sich auch über mögliche Konsequenzen, wie unter anderem Coffee Badging, bewusst werden. Eventuell gibt es zu wenig Anreize, zurück ins Büro zu kommen.
Am ehesten vermeidet ihr Coffee Badging, wenn ihr echte Anreize für eure Mitarbeiter:innen schafft, ins Büro zu kommen, auch ohne Präsenzpflicht - statt Verbote zu verhängen und Privilegien wegzunehmen.
Solltet ihr bereits den Verdacht von Coffee Badging in eurem Unternehmen hegen, ist es grundsätzlich wichtig zu unterscheiden: handelt es sich um eine einzelne Person oder ganze Teams? Bei mehreren Personen sollte HR definitiv Änderungen in Betracht ziehen, da es hier strukturelle Probleme im Unternehmen zu geben scheint. Bei Einzelpersonen raten wir folgendes:
Die Diskussion um die Rückkehr ins Büro lässt nicht nach. Daher wird auch das neue Phänomen Coffee Badging, bei dem Mitarbeiter:innen durch kurze Besuche und Kaffeegespräche mit den Kolleg:innen versuchen, Sichtbarkeit zu zeigen, nicht verschwinden. Es ist viel mehr ein Symptom der Präsenzpflicht.
Unternehmen sollten sich daher ein Homeoffice-Ende gut überlegen. Für HR bedeutet es auf jeden Fall, präventiv zu handeln. Ihnen stehen verschiedene Benefits als Instrumente zur Verfügung, um arbeitsrechtliche Konsequenzen im besten Fall vermeiden und die Mitarbeiterzufriedenheit dennoch steigern zu können.
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