Fast die Hälfte aller Mitarbeitenden versteckt, dass sie künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz nutzen. Sie geben vor, mehr zu wissen, als sie tatsächlich wissen. Sie stellen keine Fragen. Sie trauen sich nicht zuzugeben, wenn sie unsicher sind. Dieses Phänomen hat einen Namen: AI Shame.
Und es ist ein Problem. Nicht nur für die individuelle Entwicklung, sondern für den gesamten Transformationsprozess in eurer Organisation.
Denn während HR-Teams auf Effizienz und Innovation durch KI setzen, kämpfen viele Mitarbeitende still mit Ängsten, Überforderung und dem Gefühl, nicht mithalten zu können.
Die Zahlen sind eindeutig: 43% der unter 25-Jährigen fürchten KI-bedingten Jobverlust. 52% machen sich Sorgen um die langfristigen Auswirkungen auf ihre Karriere.
Damit wird klar, dass künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt nicht allein ein technologisches Projekt ist, sondern vor allem ein menschliches. Genau diese Aspekte beleuchtet der neue Report von OpenUp, einer Plattform für mentale Gesundheit.
Gijs Coppens, Psychologe und Gründer von OpenUp, bringt es auf den Punkt:
„Der menschliche Geist braucht Vertrauen, bevor er sich anpassen kann. Ohne dieses Vertrauen wird die Einführung von KI zu einem steilen Anstieg, egal wie fortschrittlich die Tools sind.“
Obwohl KI entlasten soll, sagen 77% der Menschen, die KI bei der Arbeit nutzen, dass sie mehr Arbeitsbelastung und weniger Produktivität erleben.
Das liegt nicht an den Tools selbst, sondern an den Emotionen, die sie auslösen.
Viele fragen sich:
Fast die Hälfte der Befragten hat laut OpenUp Report bereits den eigenen KI Einsatz versteckt, um nicht bewertet zu werden. Das Phänomen der sogenannten „AI Shame“ ist also weit verbreitet.
Viele Menschen vermeiden es, Fragen zu stellen oder Unsicherheiten zuzugeben. Sie tun so, als wüssten sie mehr über KI, als es tatsächlich der Fall ist.
Das führt zu einer stillen Lernblockade:
Damit wird klar: Psychologische Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung, damit künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz überhaupt ihr Potenzial entfalten kann. Ohne sie trauen sich Menschen nicht, Fragen zu stellen oder Fehler als Lernchance zu nutzen.
Madelief Falkmann ist Psychologin bei OpenUp. Sie begleitet seit vielen Jahren Teams durch Veränderungsprozesse und sieht besonders bei künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz wiederkehrende psychologische Muster.
KI verändert nicht nur Prozesse. Sie verändert auch, wie Menschen sich in ihrer Rolle sehen. Genau das macht künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz zu einem emotionalen Thema.
Madelief Falkmann erklärt, dass zwei grundlegende Mechanismen dafür sorgen, dass viele Menschen KI zunächst als belastend erleben:
Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz wird häufig als zusätzliche Aufgabe empfunden. Neue Tools, neue Prozesse, neue Erwartungen.
Das kann schnell überfordern, vor allem wenn Orientierung oder Training fehlen.
Psychologin Madelief Falkmann beschreibt es so:
„Jobunsicherheit ist ein relevanter Stressfaktor, der die psychische Gesundheit beeinträchtigt. Wenn Führungskräfte nicht unterstützen oder Rückhalt geben, verstärkt das die Belastung.“
Das bedeutet: Nicht die KI selbst stresst, sondern das Gefühl, mit den neuen Anforderungen allein gelassen zu werden.
Wir alle brauchen das Gefühl, fähig und wirksam zu sein. Wenn KI am Arbeitsplatz plötzlich Aufgaben übernimmt oder neue Fähigkeiten verlangt, geraten diese Grundbedürfnisse ins Wanken.
Viele fragen sich dann:
Dieser innere Druck kann Angst, Rückzug oder Perfektionismus fördern.
Madelief Falkmann fasst die Dynamik zusammen:
„Wenn Menschen das Gefühl haben, weniger Einfluss auf ihre Zukunft zu haben, erzeugt das Stress und führt häufig zu weniger Engagement.”
Damit künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz wirklichen Mehrwert schafft, müssen Organisationen die Einführung bewusst gestalten. Aus dem OpenUp Report lassen sich vier zentrale Handlungsfelder ableiten.
Menschen fühlen sich sicherer, wenn sie verstehen, wozu KI eingesetzt wird und wie sich ihre eigene Rolle entwickelt.
Künstliche Intelligenz wird dann weniger als Bedrohung wahrgenommen und mehr als Chance.
Teams brauchen Räume, in denen Unsicherheiten normal sind. Wenn Führungskräfte offen mit Fehlern umgehen, entsteht Vertrauen.
Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz erfordert neue Fähigkeiten. Niedrigschwellige Trainings, Austauschformate und Learning Sessions helfen, Berührungsängste abzubauen.
Ein Zitat aus dem Report fasst dies schön zusammen:
„Der echte Wandel liegt nicht in den Tools, sondern darin, wie Menschen lernen, mit ihnen zu denken.“
Veränderung fordert viel. Gerade KI kann an Selbstbilder rütteln.
Gijs Coppens beschreibt diesen Spannungsbogen so:
„KI verändert nicht nur, was wir tun, sondern auch, wie wir uns selbst bei der Arbeit sehen. Dieser Wandel kann inspirierend sein, aber ohne Unterstützung auch zutiefst verunsichern.“
Psychologische Begleitung, Check-ins und Mindfulness-Formate geben Menschen Orientierung und Stabilität.
Künstliche Intelligenz entfaltet ihr Potenzial, wenn Menschen sich sicher fühlen.
HR kann diesen Rahmen aktiv gestalten, zum Beispiel durch:
So wird künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz nicht als Druck erlebt, sondern als gemeinsame Lernreise.
OpenUp ist eine Plattform für mentale Gesundheit am Arbeitsplatz. Mitarbeitende können jederzeit mit zertifizierten Psycholog*innen sprechen, an Gruppensitzungen teilnehmen, Mindfulness-Einheiten besuchen oder sich über Online-Programme weiterbilden.
Gerade bei KI-Transformationen unterstützt OpenUp in fünf zentralen Bereichen:
Technologische Entwicklung gelingt besser, wenn Menschen sich sicher, wertgeschätzt und unterstützt fühlen. Mentale Gesundheit ist kein Nice to have, sondern ein Erfolgsfaktor für eine gesunde Einführung künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz.
Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz ist eine enorme Chance, wenn Organisationen den menschlichen Faktor ernst nehmen.
Mit psychologischer Sicherheit, guter Kommunikation und echter Unterstützung entsteht ein Umfeld, in dem Menschen wachsen können und KI zu einem Werkzeug wird, das sie stärkt.
Und genau das ist der Moment, in dem technologische Innovation wirklich Wirkung entfaltet.
Wer tiefer einsteigen möchte, kann hier den vollständigen KI Report von OpenUp und Lepaya herunterladen. Der Bericht ist auf Englisch und bietet alle Insights im Detail.
Autorin: Paula Fenker (Content & Marketing Specialist)
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